cappelmann.de
cappelmann.de

managedServices - Business Sicht

managed Services sind eine Form des Fremdbezugs von bisher intern erbrachter Leistung, dieser kann sich beliebig zwischen den vertraglichen Extrema “Kooperation & Partnerschaft”, sowie einem “Betriebsübergang an Drittanbieter” bewegen.

Wirtschaftlich gesehen reduziert sich die Prozesskomplexität, es werden weniger Mittel gebunden, bilanziell verschieben sich die Werte: die Bilanzsumme sinkt. Das kann auch Kreditratings verbessern.

Service Level Agreements (SLA) sollen die Risiken eines IT Ausfalls durch vereinbarte Pönalzahlungen begrenzen. Unternehmen können arbeitsteilig flexibler skalieren - sowohl in Wachstum als auch in den Rückbau von IT. Bei starken Schwankungen in angeforderte IT Ressourcen bieten sich “pay-per-use” Modelle an, der Begriff “IT on demand” hat sich in diesem Zusammenhang etabliert und meint eine Abrechnung tatsächlich abgerufener Ressourcen.

Die wirtschaftlichen Argumente liegen nahezu auf der Hand - die Konzentration auf das Kerngeschäft erhöht die Effizienz. So sind managed Services für kleinere mittelständische Unternehmen oft die einzige Möglichkeit, hochverfügbare IT Services mit vertretbaren IT Kosten zu realisieren. Oft reflektieren jedoch auch stark wachsende Unternehmen auf den Fremdbezug von IT-Leistungen, um den zeitraubenden Investitionen in eigene Infrastruktur zu entgehen.

Als Hype Thema wurde das Cloud Computing von allen Anbietern innerhalb bunter Werbefeldzüge genutzt - nahezu alle Services sind heute auch “in der Cloud” verfügbar. Gemeint ist hier das Outtasking von Rechenkapazitäten oder ganzen Anwendungen -was sich im Umfeld der Web 2.0 Applikationen besonders anbietet. Diese Leistungen sind extrem wirtschaftlich, da konsequent die Skaleneffekte der Anbieter genutzt werden, was zu Preissenkungen in einem stark umkämpften Markt führt.

Bei optimalen Wirtschaftlichkeitsparametern stehen Bedenken aus rechtlicher Sicht im Wege. Wo werden die Daten verarbeitet? Unter welchen rechtlichen Grundlagen? Selbst eine Verarbeitung auf deutschem Boden ist kein Garant für Datensicherheit. Unternehmen aus dem US amerikanischen Rechtsraum unterliegen auch hier dem Patriot Act - der Konflikt mit dem deutschen Datenschutzgesetz bleibt heute ungelöst.

Anbieter von managed Services müssen sich mindestens dem BDSG verpflichten und personenbezogene Daten im europäischen, besser noch. im deutschen Raum verarbeiten.

Die Leistungen werden in einem Service Level Agreement geregelt (SLA) - üblicherweise vereinbaren Anbieter und Kunde dazu eine Vertragslaufzeit. Wenn der Anbieter für die Erbringung der Services selbst Investitionen tätigen muss, können die Laufzeiten erheblich sein. Eine mögliche Verlängerung eines bestehenden SLA kann als Option schon im ersten SLA vereinbart werden, hier sind auch evtl. signifikante Wechselkosten bei einem Anbieterwechsel zu bedenken. Jeder Dienstleister sollte im SLA für ein mögliches Vertragsende zur Zuarbeit für einen neuen Anbieter verpflichtet werden.

SLA Inhalte

Vertragsgegenstand, Leistungsabgrenzung

  • Abrechnung, Vergütung
  • Vertragsdauer, Sonderkündigung
  • Haftung & Pönale
  • Servicelevel
  • Betriebszeiten
  • Hotlinezeiten
  • Berechnung der Verfügbarkeit (Formel)
  • sonst. KPI, Kennzahlen
  • Wartungsfenster
  • Schutz personen-bezogener Daten
  • Vertraulichkeits-verpflichtung
  • Reporting
  • Mitwirkungspflichten des Kunden

 

 

betriebliche Aspekte

Mitbestimmung nach Betriebsverfassungs -Gesetz

  • Intressens-ausgleich, Betriebsrat
  • spezielle gesetzliche Vorgaben, z.B. medizinische Bereiche, Finanzwesen

 

 

Asset - Übergang

Lizenzrechtliche Belange, Nutzung von Lizenzen des Kunden

  • Implementierungs-Phase regeln, Übergang von KnowHow und Assets
  • Dokumentations-Standards fixieren
  • Exit Management für Vertragsende

 

 

eine rechtliche Besonderheit in den managed Services ergibt sich durch die Gefahr eines ungewollten Betriebsüberganges nach BGB 613a. Ziel der Gesetzgebung ist es, den sozialen Besitzstand der Arbeitnehmer zu schützen. So führt ein Betriebsübergang NICHT zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses - der Dienstleister “erbt” ungewollt die Arbeitnehmer des Auftraggebers oder dieser muss sein Personal an anderer Stelle weiter beschäftigen. Wenn diese Situation nicht gewünscht ist, muss ein Betriebsübergang nach BGB 613a im Vertragswerk ausgeschlossen werden

Druckversion Druckversion | Sitemap
© cappelmann.de

Dipl.Ing (FH), MBA

Tim Cappelmann

EDV Sachverständiger

Strategieberatung

Prozessanalysen

Gutachtenerstellung

Mediation & Schlichtung

People Directory